molebucks:

treat me like a college textbook. spend lots of money on me but never touch or look at me

“I’m not bossy. I’m the boss.”

Beyoncé

conversemusic:

"Hero" by Frank Ocean + Mick Jones + Paul Simonon + Diplo.

Converse Three Artists. One Song

Additional vocals from the West Los Angeles Children’s Choir.

»Das Prinzip«, Edwin Cerio

»Schreiben Sie: Springfield, Clara, Elisabeth, geboren in Killarney, Irland, Religion …« Er unterbrach sich verblüfft und riß die Augen auf »Wie ist das möglich? Hier steht katholisch! Was sind das für Scherze? Hier steht geschrieben römisch-katholisch …«
»Irländisch«, korrigierte die Signora.
»Rom oder Irland! Wir wollen wissen, warum hier katholisch steht.«
»Weil Signorina Springfield katholisch war.«
»Wir bedauern. Wenn Signorina Springfield katholisch war, wenden Sie sich an den katholischen Friedhof, an die Priester.«
»Ich brauche Ihre Ratschläge nicht. Ich war ja schon dort, und sie haben sie nicht gewollt. Ja, sie war katholisch, aber sie ist irrtümlich eingeäschert worden und deshalb …«
»Diese Priester! Immer dieselben! Immer Kasuisten. Machen Theater wegen der Asche.«
»Und Sie selbst? Wollen Sie ihr nicht auch das Begräbnis verweigern?«
»Aber doch nicht wegen der Asche. Wir respektieren alle menschlichen Überreste. Wir wehren uns lediglich dagegen, eine Katholikin aufzunehmen. Es ist der Glaube, gegen den wir uns wehren.«
Oscar Loreto unterbrach ihn: »Es tut mir leid, mit dem Präsidenten nicht einer Meinung zu sein. Die Satzung besagt, daß unsere Institution begründet wurde – ich glaube, ich erinnere mich an den genauen Wortlaut –, ›um Menschen jeder Überzeugung und jeden Glaubens eine Bestattung zu gewährleisten.‹ Ist es nicht so, Mister Cramp?«
»Genau. Ich glaube …«
»Es ist so«, stimmten der General und Laroche zu.
»Also dann?« fragte Signora Carter Doktor Fusco, dessen Miene sich erschüttert durch dieses Einvernehmen sehr verdunkelt hatte. Schließlich sagte er entschlossen: »Nun, Sie berufen sich auf die Satzung! Hier! Wollen wir hören, was sie sagt.«
Er nahm ein Bändchen, das auf dem Tisch lag, und begann zu lesen: »Hier steht: ›… gegründet, um Menschen jeder Überzeugung und jeden Glaubens eine Bestattung zu gewährleisten.‹ Wie Sie zitiert haben, Loreto. Aber sie spezifiziert: ›Unitarier, Presbyterianer, Baptisten, Calvinisten …‹«
»Baptisten, Calvinisten« echote Norton Cramp versunken im Meer der Erinnerungen, »Bigamisten, Suicidisten – wie viele sind mir durch die Hände gegangen, wie viele habe ich begraben.«
»So ist es, Mister Cramp. Aber ich bitte Sie, lassen Sie mich fortfahren: ›Calvinisten, Methodisten, Episkopisten … Menschen jeder Religion, wenn sie nicht katholisch sind!‹ Der Rest ist klar. Schluß mit der Diskussion! Akatholischer Friedhof! Warum diese verneinende Partikel ›a‹, feindlich gegen alles Katholische? Um das Eine zu zeigen, daß wir kämpfen, daß wir ablehnen …«
Signora Carter stöhnte gelangweilt und setzte ein Lächeln auf: »Wenn sich all Ihre Einwände auf diesen Punkt reduzieren, können Sie Signorina Springfield akzeptieren. Die Priester haben entschieden, daß durch die Einäscherung der katholische Glaube, den sie im Leben besaß, zerstört worden ist.«
»Aber durch wen? Durch Sie! Hier und heute, Signora, verhandeln wir nicht über Sie. Für Sie selbst sehe ich keine Hindernisse!«
»Danke. Aber wir verhandeln über diese Asche. Und wir haben erfahren, daß die Vernichtung des Körpers den Glauben zerstört.« 
»Für die Katholiken! Aber nicht für uns! Wir stehen hier, um ein Prinzip zu verfechten. Signora Carter, ich bitte Sie, die tiefe Betrübnis zu glauben, mit der wir den Überresten Ihrer toten Freundin die Bestattung auf unserem Friedhof verweigern müssen.«

»Das Dogma«, Edwin Cerio

Das Dogma

»Aber wie konnten Sie so etwas tun?«
»Es war ein Mißverständnis. Ich habe einen Fehler begangen und Signorina Springfield einäschern lassen.«
»Tot?«
»Sollte ich sie lebendig einäschern lassen?«
»Welch ein Zynismus”, warf Don Erasmo ein, »nur eine Protestantin … «
»Ich habe schon gesagt, daß ich Signorina Springfield nicht sehr gut kannte. Ich habe sogar geglaubt, sie sei eine Landsmännin von mir. Ich wußte nicht, daß sie Engländerin war.«
»Irin«, korrigierte Monsignore.
»Gut, Irin. Was zählt die Nationalität?«
»Es zählt die Religion.«
»Das sind doch Haarspaltereien! Für mich zählt nur der traurige Fall. Auf Capri wollte sie begraben sein. Ich habe es versprochen.«
»Es ist schrecklich! Eine Katholikin!«
»Aber das habe ich doch erst vor einer Stunde hier auf Capri gemerkt. Ich bin sofort in ihr Haus gegangen. Die alte Dienerin, die Vertraute der Verblichenen, hat mir eine Kassette geöffnet. Wir haben ihr Testament gefunden und gelesen: Ich bin eine römisch-katholische Christin … Sofort ist mir mein Fehler bewußt geworden, und ich bin hier, um ihn wiedergutzumachen.«
Don Erasmo fragte ironisch: »Und Sie glauben, das sei wiedergutzumachen?«
»Aber das ist doch nur ein Formfehler!«
»Schluß mit der Form! Verstehen Sie nicht, daß es für uns eine Frage des Dogmas ist? Wir können auf unserem Friedhof keine Asche aufnehmen.«
»Und der Letzte Wille der Verstorbenen, zählt der nicht?«
»Es zählt allein der Glaube. Sie, die Sie so eigenmächtig gehandelt haben, Sie haben den Glauben zerstört.«
»Wie konnte ich ihn zerstören, nachdem sie bekannt hatte, gläubig und katholisch zu sein? Ich übergebe Ihnen die sterblichen Überreste.«
»Sie übergeben nichts als Asche: Nichts. Nichts als Staub und Asche: Nichts. Nicht wahr, Monsignore? « sagte der Priester. Als er sah, daß jener zustimmte, wurde er sicherer und fuhr fort: »Wir brauchen etwas zum Anfassen, den Körper.«
»Den Körper! Das vergängliche Fleisch! Was für eine sinnliche Auffassung. Ich bringe Ihnen Asche, eine saubere und unvergängliche Sache, und Sie reklamieren den Körper. Und die Seele?«
»Die Seele ist die Wesensform des Körpers.«
„Ich wußte nicht, daß sich die Kirche auch mit Philosophie beschäftigt.«
»Aber gewiß doch. Die Philosophie ist ihrer Definition nach die Magd der Theologie. Die Häretiker bedienen sich ihrer, um die Religion zu bekämpfen, wir hingegen, um sie zu stärken. Schon Aristoteles … «
»War Aristoteles katholisch?« unterbrach ihn Signora Carter sanft.
»Aristoteles? Wie soll ich das wissen? Ich muß nicht in solche Dinge vordringen, ich bin hier, um meinen Dienst auszuüben, nicht um Häresien zu diskutieren.«
Monsignor Rendina griff ein, um der Dame nicht den Triumph zu lassen: »Schon der heilige Thomas von Aquin, aufbauend auf Aristoteles …«
»Der heilige Thomas? War das ein Häretiker?« fragte die Dame gelassen.